Versiegelungen

Eine Versiegelung schützt deine Farbe und den Untergrund. Nicht jede Farbe benötigt ein solches Finish, aber doch einige, die im Bereich DIY / selber machen verbreitet sind.

Im Folgenden stellen wir dir die unterschiedlichen Versiegelungen vor, wofür du sie verwendest und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Produkte haben.

 


Wachs

Dein Möbelstück zu wachsen ist ein einfaches Finish für Holzoberflächen. Es versiegelt auch Farbe, die auf andere Materialien aufgetragen wurde.

 

Es gibt synthetische und natürliche Wachse.

Die synthetischen Wachse werden aus Erdöl hergestellt.

Wollwachs, Bienenwachs und Carnauba-Wachs gehören zu den natürlichen Wachsen.

Besonders Carnauba-Wachs härtet sehr gut aus und ergibt daher eine belastbare Oberfläche.

 

Pinsel/Werkzeug:

  • entweder mit fusselfreiem Tuch oder Wachspinsel auftragen
  • Pinsel mit Naturborsten
  • für flüssige Wachse einen Pinsel nehmen
  • für cremige Wachse ein Tuch nehmen
  • Pinsel kann mit warmem Wasser und Seife ausgewaschen werden

Nach dem Wachsauftragen sollte man dem Möbelstück einige Stunden oder eine Nacht Zeit geben zum Aushärten.

Anschließend wird die Oberfläche mit einem Tuch aufpoliert.

 

Ein gewachstes Möbelstück hat einen leichten Glanz, aber ist atmungsaktiv und dichtet die Oberfläche nicht komplett ab.

Man muss beachten, dass eine Wachsoberfläche hitzeempfindlich ist und dass man keine heißen Töpfe darauf abstellen kann. Außerdem sollte man verschüttete Flüssigkeiten direkt wegwischen.

Für Oberflächen, die besser vor Wasser geschützt werden sollen, ist Hartöl und besonders Lack besser geeignet.

 

Wachs ist die natürlichere Versiegelung und für leichte bis mittlere Belastbarkeiten gedacht.

 

Wir empfehlen ein Wachs, dass so natürlich wie möglich ist und zudem eine gute Belastbarkeit aufweist.

Das Renuwell Möbel-Wachs enthält 100% natürliches Carnauba- und Bienenwachs und weitere bewährte Rohstoffe. Zudem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut.

 

White Wax / Weißes Wachs

White Wax steht hier in der Kategorie Versiegelungen, doch es kann auch alleinstehend verwendet werden.

 

Wenn man das weiße Wachs auf eine Farbe aufträgt, bleicht es diese Farbe sozusagen. Automatisch erscheint dein Möbelstück etwas gealtert und erhält eine schöne Patina.

Wenn man das weiße Wachs jedoch alleinstehend aufträgt, dann tut man dies meist auf Holz und bringt damit die Maserung besser hervor. Man imitiert gekalktes Holz und damit wendet man eine White Wash-Technik an.

 

Die Anwendung ist dieselbe wie beim Wachs. Du kannst das weiße Wachs mit einem Wachspinsel oder Tuch auftragen und ins Holz einarbeiten, lässt es aushärten und polierst dein Möbelstück anschließend.

 

Dark Wax / Dunkles Wachs

Dunkles Wachs enthält braune Pigmente.

Ansonsten kannst du es so einfach anwenden wie klares oder weißes Wachs.

Wenn du es direkt auf der Farbe verstreichst, wird dein gesamter Farbton abgedunkelt.

 

Mit dunklem Wachs kannst du schöne Alterungserscheinungen bzw. eine schöne Patina auf dein Möbelstück zaubern.

Achte dabei darauf, dass du für reine Alterungseffekte als erstes transparentes Wachs aufträgst.

Wenn du dunkles Wachs direkt auf die Farbe aufträgst, haftet es und dunkelt ab.

Wenn du aber zuerst transparentes Wachs aufträgst, kannst du das dunkle Wachs richtig schön verstreichen und partiell einarbeiten. Die Pinselstruktur des Untergrundes wird betont und dein Möbelstück erhält nur stellenweise dunkle Schatten.

Die Anleitung dazu findest du hier.

 

Unsere Empfehlungen:


Holzöl

Holzöl ist eine Versiegelung, die ins Holz einzieht und das Holz so von Innen schützt.

Wenn man es auf alte Holzmöbel aufträgt, frischt es die Oberfläche auf und bringt diese wieder zum Strahlen.

Dabei ist zu beachten, dass man Öl nicht auf gewachste Möbelstücke auftragen kann.

Öl benötigt einen saugfähigen Untergrund, sei dies eine Farbe wie Milk Paint, Kreidefarbe oder Naturholz.

Da das Öl ins Holz einzieht, hinterlässt es keinen Film und schützt die Oberfläche gut vor Wasser. Dabei bleibt das Holz atmungsaktiv und trägt zum Raumklima bei.

Achte beim Kauf darauf, dass dein Holzöl für Innenräume gedacht ist. Es darf schließlich dauerhaft nichts in der Luft sein, das dir schaden könnte.

Ein gutes Holzöl ist so natürlich wie möglich und setzt sich aus verschiedenen natürlichen Ölen zusammen, meist basiert es auf Leinöl. Auch Hanföl ist als Holzschutz und Versiegelung sehr gut geeignet.

 

Pinsel/Werkzeug:

  • mit einem Pinsel oder Tuch auftragen
  • Pinsel mit synthetischen Borsten
  • Pinsel mit Wasser und Seife reinigen (Verpackung beachten, ob Reste in die Kanalisation gegeben werden dürfen)

Wenn du das erste Mal mit Öl arbeitest, stellst du fest, dass es schnell verläuft. Achte dann darauf, dass du das Öl verstreichst und gleichmäßig ins Holz einarbeitest, ansonsten wird die Oberfläche eventuell fleckig.

 

Um eine gute Schutzwirkung aufzubauen, ist es ratsam mehrere Schichten Öl aufzutragen. 

Es dürfen zwei bis drei Schichten sein. Gib der Oberfläche zwischen den Anstrichen zwei Stunden Trockenzeit.

Sollten nach dem letzten Anstrich und 12 Stunden Trockenzeit noch Rückstände zu sehen sein, kannst du diese mit einem alten Tuch aufnehmen.

Gib deinem Möbelstück dann mehrere Tage Zeit zum Durchtrocknen.

 

Da Öl stark und unangenehm riechen kann, solltest du während dem Streichen ein Fenster öffnen können.

 

Um den Schutz über die Jahre aufrecht zu erhalten, empfehlen wir dir, dein Möbelstück von Jahr zu Jahr erneut zu ölen.

 

Hartöl

Hartöl ist eine Kombination von Wachs und Öl.

Es ist besonders widerstandsfähig, robust und wasserabweisend.

Daher eignet es sich auch gut als Versiegelung für Holzböden, aber auch Korkböden werden damit aufgefrischt.

Darüber hinaus können wir Hartöl für Arbeitsflächen und Tische empfehlen.

 

Pinsel/Werkzeug:

  • mit einem Pinsel oder Tuch auftragen
  • Pinsel mit synthetischen Borsten
  • Pinsel nach Herstellerempfehlung reinigen (ist unterschiedlich)

Hartöl sollte, wie Holzöl, mehrfach (2-3 x) aufgetragen werden. Meist gibt der Hersteller diesbezüglich eine Empfehlung.

Warte zwischen den Anstrichen immer eine Nacht. Zum Aushärten solltest du dann wiederum mehrere Tage einplanen.

Auch bei Hartöl gilt ansonsten, dass der Raum belüftet sein sollte während dem Streichen und eventuelle Rückstände mit einem Tuch aufgenommen werden sollten bevor es Flecken gibt.

 

Die meisten Hartöle sind zudem für Kinderspielzeug geeignet.

 

Um das Holz langfristig zu schützen, ist es empfehlenswert, die Hartöl-Schicht regelmäßig zu erneuern.

 

Klarlack

Es gibt Acrlyllacke und Kunstharzlacke.

Acryllacke sind auf wasserbasis, Kunstharzlacke sind lösemittelhaltige Lacke.

Aus diesem Grund sind Acryllacke schonender für Mensch und Umwelt. Sie sind geruchsarm, trocknen schnell und die Werkzeuge lassen sich einfach mit Wasser und Seife reinigen.

Kunstharzlacke ergeben die robustere Oberfläche. Sie schützen beanspruchtere Flächen.

Jedoch muss man bei der Reinigung des Pinsel mit Terpentinersatz arbeiten.

Der robusteste Lack ist ein Polyurethan(PU)-Lack. Dieser bekommt mit der Zeit zwar eine geringe gelbliche Färbung, aber er ist absolut geeignet für stark beanspruchte Oberflächen wie Fußböden.

 

Alle Farb- und Reinigungsreste müssen zum Müll für Altfarben gebracht werden, wasserbasiert oder lösemittelbasiert.

 

Klarlack gibt es in matt oder glänzend. Er schützt vor Abnutzung, Nässe und Sonnenlicht. Für ein gleichmäßiges Ergebnis, sollte der Lack zwei Mal aufgetragen werden.

Wie man im lackiert, lernst du hier.

 

Jedoch sollte Klarlack nicht für Fußböden verwendet werden, zumindest nicht jeder Beliebige. Lack bekommt beim Tritt mit Schuhen oder wenn man etwas fallen lässt sonst einfach schnell Kratzer und Macken.

Ein spezieller Fußbodenlack, PU-Lack oder Hartöl empfielt sich hier jedoch.

 

Pinsel/Werkzeug:

  •  für Kunstharzlacke: Pinsel mit Naturborsten
  • für Acryllacke: Pinsel mit synthetischen Borsten

 

Der Lack von Lignocolor eignet sich zum Versiegeln als auch zum Grundieren, weil er wie Absperrgrund funktioniert.


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